Einmal Heine für zwischendurch

Jetzt aber! >.<

Bevor ein gewisser Hexenkater in Kürze so ziemlich jeden meiner Beiträge dominieren wird (Schau da ist er schon .... ^^'), nutze ich mal die vermeintliche Ruhe vor dem Sturm, um euch mit etwas traditioneller deutscher Kulturerfahrung zu beglücken. ^.~

Genau genommen habe ich diesen Beitrag schon seit Mitte Oktober auf dem Plan, doch dann kam die Erkältungswelle ... und wie sich zeigte, hat auch der Hexenkater (Da! Schon wieder! >.<) spontan und unerwartet weite Wellen geschlagen. Aber davon werdet ihr in den nächsten Wochen noch mehr als genug haben ... ^.^


Heute soll es um die Arbeit eines gewissen Herrn Heine gehen, genauer gesagt um sein Werk "Deutschland Ein Wintermärchen". Und: Nein, das hier wird keine Buchbesprechung. Viel besser: Es wird spannend! ^.~


Was für Zwischendurch und die Jahreszeit ...

Da ich keine große Buchrezensentin bin (das überlasse ich lieber - und voller Hochachtung von dem Lesepensum - den Damen und Herren mit der verblüffend oft an Professionalität grenzenden Passion des Buch-Bloggens), möchte ich diesen Beitrag einfach nur einmal nutzen um ein paar freie Gedanken aus der Leser- und Schriftsteller-Perspektive an die frische Luft zu lassen. ^.^


Also: "Deutschland Ein Wintermärchen", 1844 erschienen und geschrieben von Heinrich Heine 


Doch am besten beginne ich mal mit einer grundlegenden Frage: Warum habe ich das alte Ding gelesen? ^.~


Natürlich habe ich schon in der Schule notgedrungen einen Blick ins Buch werfen dürfen. Und wie ich beim Lesen merkte, habe ich das erste Caput währenddessen sogar mal auswendig gelernt. ^^' - Aber das war es dann auch schon, was ich von dem Buch in Sachen Inhalt kannte. Weil der Lehrplan es nicht hergab, haben wir es in der Schule nie ganz gelesen. Und dennoch merke ich heute, dass es mich trotzdem ziemlich tiefgehend beeinflusst hat. Wenn ihr mal einen genaueren Blick in den ersten Band von "von Bitterweg" werft, wird das vielleicht besonders deutlich, da ich mir hier mal die schriftstellerische Freiheit genommen habe, die Kapitel nicht mit "Kapitel" sondern (in Anlehnung an Heines Wintermärchen) mit "Caput" zu überschreiben. ^-^

Warum ich mich dafür entschieden habe ...? - Genau kann ich es auch nicht sagen. Ich hatte in der Schule Lateinunterricht, fand den Bezug zur Zeit der großen deutschen Dichter und Denker mit ihren Idealvorstellungen reizvoll, erinnerte mich an meine allgemeine ironische Wahrnehmung des Wintermärchens ... et voilà! Und dann stand es da. ^^'


Jedenfalls habe ich diesen Spätsommer gezielt mal was anderes zum Lesen gesucht. Nur was Kurzes für zwischendurch, weil ich dieses Jahr erschreckend wenig zum Lesen gekommen bin, und gern was passendes für die dunkler werdende Jahreszeit. Ich hatte angefangen, mich zu fragen, woher meine Faszination für das Wintermärchen eigentlich rührte, und es mir dann schließlich in der "praktischen" kleinen Reclam-Ausgabe in der Buchhandlung besorgt. Tja, und mit den entsprechenden Konsequenzen müsst ihr in diesem speziellen Beitrag nun erst einmal leben. ^-^


Ein Blick in Heines Wintermärchen

Da ich, wie bereits angeführt, keine Rezensentin bin, verzichte ich an dieser Stelle mal auf eine großräumige Inhaltsangabe. Zum allgemeinen Verstehen sage ich hier nur so viel, dass Heine in dem Wintermärchen sehr subjektiv überformt seine Reise von seinem französischen Exil in das herbstlich bis winterliche Deutschland beschreibt und dabei gerne mal ein paar fiktive (um nicht zusagen phantastische ^.~) Elemente einfügt. (Ist halt ein "Märchen".) ^.^


Was vielleicht auch noch wichtig ist: Die Geschichte ist in Versen geschrieben und nicht in der heutzutage handelsüblichen Prosa, wie ich persönlich sie eigentlich bevorzuge. Aber auch wenn ich von erzählenden Balladen im Schulunterricht mal abgesehen Gedichten und Lyrik so wie so bisher nur bedingt etwas abgewinnen konnte, so konnte ich mich mit dem Wintermärchen recht schnell arrangieren. Denn trotz poetischer Form bekommt der Leser reichlich Informationen mitgeteilt, die sich wirklich wie eine Geschichte lesen lassen. Tja, und als kleines Schmankerl obendrauf liegt dann auch noch eine ordentliche Portion Ironie darin. ^-^


Spannend an Heines Wintermärchen finde ich außerdem die historischen und damals z.T. aktuellen Infos und Heines satirisch überspitzte Sicht auf viele dieser Dinge. (Für in Geschichte weniger Kundige gibt es in dem Reclam Heftchen im Übrigens auch ein kleines Anmerkungsverzeichnis, das bei Bedarf über die ein oder andere Frage hinweg hilft. ^.~) Was gerade auch für Schriftsteller und Autoren interessant sein dürfte, sind zudem die Passagen über Heines Leben als (nicht immer ganz Systemkonformer) Schriftsteller in der Mitte des 19. Jahrhunderts, worin die Branche der Zensoren eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt.


Worauf ich hinaus will ...

Es tat gut, zwischen der zumeist auf Unterhaltung und Gefälligkeit ausgelegten Literatur von heute mal etwas mit einer gehörigen Portion Zündstoff zu lesen. Und auch wenn dieser spezielle Zündstoff bereits seit über 170 Jahren seine Wirkung zur Entfaltung bringt, so sind darin - meiner Meinung nach - auch ein paar Sachen enthalten, die heute vielleicht offiziell (und natürlich z.B. im Rahmen der im Grundgesetz verankerten Pressefreiheit etc.) nicht mehr als problematisch anzusehen sind, aber bei genauerem Hinsehen noch nicht so ganz in diesem Sinne bewältigt wurden.^.~


Ich sagte ja, es ist spannend. Und wenn ihr Lust habe, seid ihr hier und jetzt natürlich herzlichst zum Diskutieren eingeladen.^^


Eure Platti


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Kommentare: 2
  • #1

    Mie (Samstag, 07 November 2015 09:25)

    Find ich ja cool!, dass du mal einen alten Schinken - ähm; ich meine Klassiker - "ausgegraben" hast. ^^ Ich kann mich gar nich erinnern, dass wir das durchgenommen haben... ^^" Alzheimer lässt grüßen. XD Neulich hatte ich ja auch mal wieder Faust 1 in der Hand und hab ein paar meiner Lieblingszitate gesucht. Das war auch mal wieder klasse. In der Schule fand ich Pflichtlektüre immer blöd, weil ich noch gar keinen Bezug dazu aufbauen konnte. Oft fehlte mir schlichtweg die Lebenserfahrung, um bestimmte Sachverhalte zu verstehen oder nachzuvollziehen. Heute sieht das etwas anders aus. Ich bin, wenn auch wenig, aber immerhin etwas, reifer geworden und vielleicht auch "schlauer". ^^" Allerdings könnte ich mich auch jetzt noch nicht überwinden freiwillig die Buddenbrooks zu lesen. Der Stoff is mir echt zu krass! ^^

    Lieben Gruß

    Nie

  • #2

    Platti (Samstag, 07 November 2015 10:19)

    Ja, das mit der Reife ist wohl ein wesentlicher Faktor für's Verständnis - obwohl es mir persönlich ausreicht die Buddenbrooks ein einziges Mal im Leben gelesen zu haben. ^^' (Und ja, die habe ich in der Schule voll und ganz gelesen ... Und das war sogar eine Hausaufgabe während der Sommerferien ... >.< - Was hab ich mich gequält ....) Hab aber so wie so in der Schule das Gefühl gehabt, das die interessanten Sachen immer zu kurz kamen und alles, was zum Foltern taugte, mit extra viel Geduld bis zur Gänze durchgekaut werden musste. Die Faust Reihe war ja noch ganz in Ordnung, aber mit Effi Briest oder dem Schimmelreiter kann ich bis heute nicht wirklich was anfangen. ^^'