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Leben und leben lassen

Heute möchte ich endlich mal ein Thema ansprechen, das ich schon länger auf meiner Blog-Beitragsliste liegen habe. Es ist kontrovers, hat hier und da schon weniger berauschende Schlagzeilen erdulden müssen und ist es trotzdem ohne Frage wert, dass man wenigstens einmal länger darüber nachgedacht hat.


Ich rede von der Organspende bzw. dem Organspendeausweis. ^.^


Egal, ob "Ja" oder "Nein". Die Konfrontation ist wichtig!  ^.~

Vor geraumer Zeit kam mir in einer hiesigen Apotheke diese kleine Broschüre zwischen die Finger. ^.^

 

Es dauerte keine zwei Sekunden bis ich mir sagte:  "Genau darüber schreibst mal was! ^o^" Die nächste Herausforderung, die sich mir dann stellte, war das berühmte "Aber wie? ^.^'". Da ich den üblichen Aufruf "Besorg' dir so 'nen Ausweis!" als nur bedingt angemessen empfinde, habe ich mir die Zeit genommen, die Sache etwas länger zu reflektieren ...

Und somit habe ich mich bei diesem speziellen Thema für den Weg der Konfrontation entschieden. ^.~


Ich habe meinen Organspendeausweis schon seit einigen Jahren und schleppe ihn seither immer brav in meinem Portemonnaie mit mir herum. ^.^


Allerdings ist "Ich habe einen Organspendeausweis" nicht gleichzusetzen mit "Ich bin Organspender". Denn wenn ihr so einen Ausweis habt, gibt es noch ein Kreuzchen, das ihr setzen müsst. Das kann dann auf ein "Ja", ein "Ja, aber das ... bitte nicht" oder gut und gerne auch auf ein "Nein" hinauslaufen.


Der Ausweis ist also nur ein Zeichen dafür, dass ihr euch mit dem Thema Organspende befasst habt und für euch höchst selbst - im Falle eines Falles - Stellung bezieht.


Organspendeausweis: Vorderseite
Organspendeausweis: Vorderseite
Organspendeausweis: Rückseite
Organspendeausweis: Rückseite


Es geht um Vorsorge und - sofern ihr wollt - eine persönliche Auswertung

Wenn der Fall, dass ein Blick auf den Organspendeausweis aus medizinischen Gründen angebracht ist, kommt, so kommt er in erster Linie unverhofft und absolut unerwartet. Unfälle passieren.


In diesem Fall ist der Organspendeausweis eure direkte Willenserklärung, wie mit euch Verfahren werden soll. Habt ihr so einen Ausweis nicht, liegt diese Entscheidung bei euren nächsten Angehörigen, also eurer Familie.


Wenn ihr schon über das Thema geredet habt, okay, das geht auch. Doch was wenn nicht? Was wenn ihr euch eigentlich bewusst für die Organspende entschieden habt und niemand von eurer Familie ist schnell genug vor Ort, um diese Entscheidung für euch zu vertreten?


Der Organspendeausweis vereinfacht im Notfall die Vorgänge und nimmt euren Angehörigen die Bürde, sich neben allen anderen Strapazen auch noch mit diesem Thema auseinandersetzen zu müssen.


Außerdem hat es noch einen Vorteil, wenn ihr euch so einen Ausweis besorgt.

Ihr müsst euch für ein "Ja" oder "Nein" bzw. etwas dazwischen entscheiden und konfrontiert euch selbst mit dem Gedanken: "Was wäre, wenn mein Leben unerwartet schnell zu Ende wäre?"


Den einen von euch mag das nicht wirklich jucken, weil er oder sie bereits genau so lebt, wie er oder sie es für richtig hält. (Glückwunsch, sofern ihr mit euch und eurem Leben im Reinen seid. ^.^)


Doch was ist mit denen unter euch, die sich so etwas sagen, wie "Nächstes Jahr fange ich damit an!" oder "Ich muss nur warten und viel Geduld haben.", und sich trotzt allgemeiner Unzufriedenheit ständig selbst auf später vertrösten? (Was meint ihr, wie lange das in eurem konkreten Fall wohl noch gut geht?)


Wie gesagt: Unfälle passieren.


Weitere Infos zur Entscheidungsfindung und wo ihr so einen Ausweis herbekommen könnt!

Ich hoffe ihr seht, dass es mir beim Thema Organspende "Ja" oder "Nein" nicht nur um das Thema "Das Leben von Bedürftigen retten" geht. Es geht mir um Selbstverantwortung und das Überdenken eurer persönlichen Lage, insbesondere wenn sie euch nicht zufriedenstellt. Ich habe diese Thema (also die Selbstverantwortung ^.^') nicht ohne Grund auch in meinem Roman "von Bitterweg. Das DuneburgDebakel" auf meine persönlich Art verarbeitet und hoffe daher, dass ihr euch hin und wieder Gedanken macht, ob euch eure Situation gefällt und ihr ggf. den Mut aufbringt sie zu euren Gunsten zu verändern.


Doch nun zu den harten Fakten. Einen Organspendeausweis könnt ihr an verschiedenen Stellen auftreiben, z. B. bei eurer Krankenkasse. Der Einfachheit halber Verweise ich hier allerdings auf die offizielle Online-Informationsstelle rund um das Thema Organspende und Organspendeausweis. Hier findet ihr neben allen möglichen Infos zum "Wie, weshalb, warum?" auch die Möglichkeit einen Organspendeausweis als Vordruck herunterzuladen oder kostenfrei zu bestellen.^.^


In diesem Sinne: Entscheidet euch! ^.~


Eure Platti


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Kommentare: 2
  • #1

    Mie Dettmann (Donnerstag, 29 Januar 2015 09:30)

    Ich habe mir zu dem Thema auch schon oft Gedanken gemacht und vor Jahren für mich entschieden: "Da mache ich mit!".
    Leider hat sich gesundheitlich bei mir viel verändert, weshalb ich jetzt leider davon zurück treten musste.
    (Das heißt, ich muss den Schein mal aktualisieren. ^^°)
    Was ich auch gut verstehen kann, ist wenn jemand der Meinung ist: "Warum sollte ich über das mögliche Ende meines Lebens nachdenken? Ich will doch noch lange leben."
    Das will doch schließlich jeder, oder?
    Aber niemand kann sagen, was morgen oder übermorgen sein wird. Oft geht es unverhofft uns schnell. Hört man ja immer wieder.
    Da finde ich es auch gut, wenn man sich schon einmal mit dem Thema auseinander gesetzt und für sich eine Entscheidung getroffen hat.
    Klar wird diese Entscheidung durch die verschieden Medienberichte sicherlich beeinflusst. (Ich erinnere nur ungern an den Organspendeskandal vor ein paar Jahren.)
    Wie du schon sagst, Platti, muss jeder für sich selbst eine Entscheidung treffen. Und wenn die "Nein" lautet, ist das doch auch völlig in Ordnung.
    Hauptsache man setzt sich mit dem Thema, und allem was dazu gehören könnte, auseinander. So denke ich.

    Grüßle
    Mie

  • #2

    Platti (Freitag, 30 Januar 2015 13:43)

    Ein schöner Kommentar, danke dir. ^^