Druckausgabe oder E-Book

So, der Weltmeistertitel ist gewonnen und der Fußball freie Alltag hat uns wieder. Eine gute Gelegenheit, meine aufgebaute Kondition im lange Aufbleiben für eine Diskussion zu nutzen, die seit aufkommen des Kindle's die Leserlager spaltet. ^.^


Buch vs. E-Book

Buch vs. E-Book - Eine Indie-Autoren-Perspektive

Ich muss zugeben, was die Publikation von "von Bitterweg" als E-Book angeht, habe ich lange mit mir gerungen.

 

Schon immer konnte ich mit Papier besser arbeiten. Keine Ahnung, warum das so ist, aber es ist halt so. Ich blättere eben ganz gern. ^.^

Gut, das klassische Buch ist mein Favorit. Doch ja, ich habe auch schon diverse PDFs am Rechner gelesen und auch mal einen flüchtigen Blick in einen E-Reader gewagt.

Ich stelle fest: Es geht alles, aber es ist Geschmackssache und diese Frage sollte jeder für sich selbst klären. ^.~

 

Ihr merkt es schon, mir geht es bei diesem Thema - anders als in vergleichbaren Beiträgen - nicht wirklich um das Lese-Empfinden. Stattdessen schreibe ich heute mal aus der einfachen Indie-Autoren-Perspektive, die sich mit existenzielleren Aspekten dieser Diskussion befasst. ^.^


Klassiker vs. Möglichkeit

Seit etwa anderthalb Jahren beobachte ich dann und wann - neuerdings begründeterweise regelmäßiger - die Entwicklung in der deutschen Verlagswelt. Und nicht nur mir ist aufgefallen, sie hat sich verändert oder eben nicht.

 

Was das heißen soll? Sagen wir mal, die digitalen Medien sind schuld, u.a. Internet und - ja, ihr lest richtig - auch das E-Book. Also die Welt, in der sich die Verlage bewegen, ist "neu". Die Verlage selbst ... ähm ... na ja ... also es gibt Verlage, die in der Lage sind, sich an zu passen. Manche sind sogar durch eben diese Veränderungen enstanden. Und es gibt Verlage, die solche Anpassungen nur bedingt für nötig halten oder sie einfach nicht geschafft haben. Das wohl bekannteste Beispiel: Das sog. Zeitungssterben.

 

Was nun die Welt der Bücher anbelangt, wird hier in diversen Business-News regelmäßig auf die behäbigen Strukturen in dieser Branche hingewiesen ... Immerhin, im Zeitalter der rasanten Kommunikation, halten einige Verlage es immer noch nicht für notwendig, die Rückmeldung "Wir können mit deinem Buch nichts anfangen" an den jeweligen Autor zu schicken. Ja natürlich, es gibt auch Ausnahmen und mir sind ein paar davon begegnet. ^.^

Der schöne Traum vom Buch


Die romantische Vorstellung "Ich schicke einen Teil meines Manuskriptes ein und, wenn der Verlag es gut findet, nimmt er es in sein Programm auf." gibt es so nicht mehr. Man schickt das Manuskript ein und dazu ein Exposè - also eine anschauliche Zusammenfassung. Genau auf diese kommt es an. Grundsätzlich ist das ja richtig. Nun, vorrausgesetzt der Autor weiß, wie er sich zu präsentieren hat ...

 

Die Realität sieht jedoch so aus, dass viele Autoren nicht wirklich eine Ahnung davon haben, was ein Verlag denn so mag (mal abgesehen von liebestollen Vampiren) oder erwartet. Diejenigen, die das rausbekommen, haben in der Regel entsprechend inverstiert, wie z.B. in einen Lektor oder einen Literaturagenten mit Kontakten in wichtigen Verlagen.

 

Worauf ich hinaus möchte: Das gedruckte Buch ist schwierig zu erreichen, zumindest wenn man es auf gute Verlage mit anständigem Vertriebsprogramm abgesehen hat und einen großen Bogen um die leider so zahlreichen schwarzen Schafe in der Branche macht. ^.^'

 

Den Wert des Buches als höchstes Ziel für einen Jungautoren mindert das natürlich nicht. ^.~

Neue Medien - neue Möglichkeiten ^.^


Das mit den modernen Medien ist schon lustig. Nicht nur, dass wir uns in den sozialen Netzerken und zu allem möglichen äußern können und dafür - und das ist das eigenlicht bemerkenswerte - auf noch ziemlich leicht öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Früher fiel sowas mal unter die Katerorie "Leserbriefe". ^.^'

 

Ähnlich ist das auch mit den Büchern. Es gibt redaktionelle Software, ziemlich Komfortable Lesegeräte und - der eigentlich wesentlichste Faktor - Vertriebsplattformen,  wie z.B. neobooks - in meinem ganz konkreten Fall. ^.~ Kurzum, es gibt alles, was ein Autor oder eine Autorin in Spe zur Veröffentlichung auf digitalem Wege braucht - und das sogar in finanziell greifbarer Nähe.

 

Kein Wunder, dass diese Möglichkeit inzwischen von vielen Wortverliebten sehr intensiv genutzt wird, zumal der Leserkreis durch die zunehmenden E-Reader- und Tablet-Leser fortwährend zunimmt. Ihr seht also, die Chance wahr genommen zu werden ist da. ^.~

 

Gut, aufgrund der Masse sind auch hier und da einige Sachen darunter, die man besser nicht der Öffentlichkeit hätte zeigen sollen. Doch so wurde die Öffentlichkeit wenigstens einmal gefraft. ^.^ Na ja, und wenn man dann auch mal so sieht, was hier und da aus den Verlagen tröpfelt ... Also, vielleicht wäre da ein bisschen mehr Öffentlichkeit und Demokratie im Vorfeld manchmal gar nicht so verkehrt gewesen. ^.^'

 

Die wirtschaftliche Gratwanderung mit der E-Book Chance


Problematisch am E-Book ist halt nur, dass hier und da gerne die Tendenz zum Niedrigpreis kursiert. Gelegentlich werden sie auch komplett kostenfrei angeboten. Der einfache Leser ist davon zweifelsfrei begeistert. Aber als Autorin und selbstständige Unternehmerin kann und will mir das nicht behagen. Schön, einmalige Aktionen zur Kundengewinnung sind okay, aber ich habe da so mein Credo:

"Was nichts kostet, ist auch nichts wert."

 

Im Übrigen halte ich auch nicht viel davon, kostenlose Bücher zu "kaufen" und kann das, ehrlich gesagt, auch nicht verstehen. Immerhin hat man jedemenge Arbeit, Zeit und vielleicht Geld hineingesteckt, um - hoffentlich! - für einen gewissen Qualitätsstandard zu sorgen, z.B. Korrektur und Cover. Dann gibt es ja auch noch die Vertriebsplattform, die sich über die Anteile an den Verkaufspreisen finanzieren muss, damit uns diese Wundervolle Möglichkeit der "Selfpublishing" noch sehr viel länger und wiederum mit guten Qualitätsstandards erhalten bleibt. (Ich weiß das klingt voll kapitalistisch, aber so funktioniert unsere Wirtschaft nun einmal. ^.~)

 

Ja, ich hab's hier und da mal probiert, also mal ein Stück Literatur kostenlos heruntergeladen, wobei sich meine Befürchtung jedoch immer wieder bewahrheitete. Aber mal ehrlich, 900 Seiten Roman für 0,99 Euro oder sogar kostenfrei? Was erwartet man denn da zu lesen? ^.^’


Mein "Buch oder E-Book"-Fazit

Oje, ist das diesmal viel geworden. ^.^' Doch wenn ihr wirklich alles durchgeschaut habt, dürftet ihr das, was jetzt kommt schon erahnen. ^.~

 

Also, ich für meinen Teil ziehe Papier zum Lesen und Schreiben vor, habe aber auch nichts gegen elektronische Veröffentlichungen. (Der Hang zum Gedruckten kommt wohl auch vornehmlich daher, dass ich sonst so viel vor dem Rechner klebe. ^.^')

 

Tja und was mein Publizieren mit "von Bitterweg" angeht ... ^o^

Erst wird einmal fleißig ge-E-Book-ed - mit bestem Gewissen und stetigem Qualitätsanspruch versteht sich. Und sobald sich die passende Möglichkeit zum gedruckten Büchlein bietet ... ö.ö 

 

Ja, was glaubt ihr denn, warum ich das alles hier so mache?! ^.~


Eure Platti


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