· 

Heute mal Russisch

Hoppla! ^.^’ So viel zum April ... Also gehen wir besser gleich zum Wonnemonat über.

 

Kennt ihr das auch, dass man so Phasen hat, in denen rein gar nichts los ist - und ihr euch eigentlich nur langweilt? 

Ich hatte so eine Phase im Februar. Draußen wars nicht so doll und geplant hatte ich auch nix, also habe ich vor lauter eifer so ziemlich alles voll geplant, was nur so ging. Ich wollte schließlich nicht die ganze Zeit daheim verbringen und mich grämen ...

Na ja, und das war's dann auch mit März und April. Wenn ihr bei unserem Hexenkater mitlest, habt ihr davon vielleicht etwas mitbekommen. Ich sage mal nur AniMa Haro ... ^.^’

 

Worauf ich heute aber eigentlich hinaus wollte:

Ich lerne jetzt Russisch! ^o^

Ganz genau damit ist die russische Sprache gemeint. Und nur, um das schonmal vorne weg klar zu stellen: Das ist nicht dieser Februar-Langeweile erwachsen. Ich habe schon länger darüber nachgedacht einen Kurs zu belegen. Na ja, und dieses Wintersemester bot es sich eben an. Es passt zeitlich mit meinem Job zusammen und dieses Semester startete der erste Anfängerkurs für Russisch an der Rostocker Volkshochschule. ^.^

 

Warum ausgerechnet Russisch?

Es ist eine schöne Sprache. Ja, sie ist um Einiges komplexer als das Englische und dann sind da auch noch diese "anderen" Buchstaben, aber ich finde, dass gerade das die Sprache so interessant macht. Es hat schon seinen Grund, weshalb so viele russische Autoren sich in der sogenannten "Weltliteratur" wiederfinden. Ähnlich wie das Deutsche ist Russisch eine Sprache mit der man aufgrund ihrer Komplexität sehr viel machen kann. Ob ich persönlich da jemals hinkomme, steht allerdings auf einem anderen Blatt. ^.^’

Den zweiten Kurstermin habe ich jetzt schon überstanden und noch immer sind wir auf dem Weg des Sprechenlernens. Aber wenn ich meiner Lehrerin glauben darf stelle ich mich dabei nicht all zu dusselig an. Zumindest hat sie meine Aussprache gelobt, wenn man dieses Silbengebrabbel denn schon als Sprechen bezeichnen kann... Doch Hinsichtlich der nächsten Etappe freue ich mich auf die berühmten sechs Fälle - und jup, ich mein das ernst! Ich liebe Grammatik! ^o^

vom Lernen abhalten auf Russisch
Das mit dem Pauken ist ja halb so wild ... aber unter Aufsicht? ^.^'

In der Sprache steckt noch mehr

Das Schöne am Erlernen einer Sprache ist aber auch, dass man viel über die Kultur dahinter lernt. Man bekommt einen gewissen Einblick, wie die Menschen so ticken, und gerade was das Russische anbelangt, ist es in der heutigen Zeit nicht verkehrt, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

 

Die Meisten von uns sind halbwegs gut über die politische Lage informiert und oft sind wir sehr schnell dabei, uns an die Zeit vor der Wende zu erinnern. Wir sehen wie vor allem Putin sich präsentiert und inszeniert und wie sich im Gegenzug die USA in Europäische Belange und oft auch nationale Fragen anderer Länder einmischen. Aktuelles Beispiel: Die Ukraine. Hier ging es eigentlich nur um Konflikte im eigenen Land. Gut, sie betrafen internationale Beziehungen - nach Russland  und zur Europäischen Union - aber in erster Linie ging es hier um ein innenpolitisches Problem. Wer die Nachrichten verfolgt findet sich sehr oft mit der Frage konfrontiert: Was wollen die Russen da? Klar, ich finde es auch sehr fraglich, was dort passiert ist und weiterhin passiert. Aber mir stellt sich auch sehr oft die Frage: Was sucht die Europäische Union in der ukrainischen Innenpolitik? Die Ukraine ist kein Mitglied der EU. Es gibt lediglich ein Abkommen zur Sicherung der stabilen Grenzen. Und was für mich nicht weniger fraglich als die Intervention der Russen dort ist: Warum mischen die USA dort auch noch so intensiv mit? Im Ramen der Krimm ist das vielleicht noch begründbar, aber das, was innenpolitisch danach kam ...

 

Was sich in der Ukraine abspielt ist für meinen Geschmack zu international geworden. Es heißt nicht ohne grund, viele Köche verderben den Brei. Wobei ich auch zugeben muss, dass ich hinsichtlich der Konfliktparteien innerhalb der Ukraine schon seit einiger Zeit den Durchblick verloren habe. Auf beiden Seiten hört man von Faschisten und das irgendwer irgendwen unterwandert hat ... Es ist alles sehr undurchsichtig und ich habe auch das Gefühl, dass unsere Medien in diesen Dingen nur bedingt neutral berichten.

 

Ich finde es schade, dass die Russen als Nation gerne mal mit Putin gleichgesetzt werden. Spätestens seit Pussy Riot wissen wir, dass es auch Russen gibt, die andere Auffassungen haben. Hier stellt sich mir jetzt eigentlich nur die Frage: Wie konnte es überhaupt so kommen?

Warum haben wir diese Auffassung von Russland, wie sie in den Medien immer wieder aufgegriffen wird? Warum findet Putin in der Russischen Bevölkerung so viel Zuspruch? Denn den muss er ja irgendwie bekommen haben, andernfalls könnte er gar nicht tun, was er heute tut.

 

Bis auf ein paar Russischklassen insbesondere in den neuen Bundesländern erfahren wir so im normal Fall allerdings kaum etwas über Russland, seine Kultur und die Menschen. Wogegen wir regelerecht vernarrt darin sind, den Amerikanern nachzueifern und dafür sogar auf das eine oder andere Grundrecht verzichten.

 

Gut ich gebe es ja zu, ich habe den Russischkurs auch belegt, um mir von diesem riesiegen Land ein genaueres Bild machen zu können - auch langfristig. Wie gesagt, ich befürworte die aktuelle russische Politik nicht. Ich möchte erst einmal erfahren und verstehen, was da vor sich geht und welche Rolle auch wir in diesen Zusammenhängen eigentlich einnehmen, um es dann auch zu hinterfragen. (Eines der wenigen praktischen Dinge, die man in einem geisteswissenschaftlichen Studium lernt. ^.~)

 

Ich denke das reicht dann auch erst mal an Diskussionsstoff für heute. Ihr wisst ja, ich muss noch lernen. ^.~

 

Eure Platti

Kommentar schreiben

Kommentare: 0