Oh, süße, süße 16...

16 - das waren noch Zeiten... *seufz* Wie, "Watt soll dat abgekaute Midlife-Crisis-Gesabbel"? Das Thema ist wichtig! Und, wenn man's richtig anpackt, sogar interessant.

 

Nein, ich habe nicht vor, über die verganenen Zeiten meiner ach so freizügigen Jugend zu jammern oder darüber wie toll es doch war und wie doof es jetzt alles ist. Um Himmelswillen was denkt ihr von mir?!

 

Um ehrlich zu sein, war meine Jugend schauderhaft geradlinig. Meine Pubertät und sämtliche damit verbundenen Eskapaden habe ich irgenwie selber verpasst. Ich war viel zu früh viel zu vernünftig. Ich war einer von den Teenagern, denen man bedingungslos alle möglichen und wichtigen Aufgaben anvertaut hätte und von denen man kein unziemliches Benehmen erwartete - was immer das auch heißen soll.

Als 08/15 Teenager der rebellischen Sorte war ich grottenschlecht und absolut furchtar. *lach*

Was also soll das mit der zuckersüßen 16?

Ich habe zwei Gründe, dieses Thema anzuschneiden - und zu hoffen, dass es mich nicht so bald wirder ereilt.

 

Der erste Grund ist regelmäßig und kommt alle Jahre wieder:

In etwas mehr als einer Woche feier ich den Tag meiner elementaren Daseinsberechtigung und erreiche das äußerste Ende der Mittzwanziger.

 

Der zweite Grund erfasste mich gestern eher zufällig:

Da ich wie - ich schätze mal - die meisten von euch auch richitig arbeiten muss, um an mein morgentliches Knäckebrot zu kommen, wurde mir spontan die Aufgabe zuteil, eine Gruppe von 15 bis 16 Jahre alten Schülern berichterstattender Weise mit Notizblock und Fotoapparat - na ja, erher ner kleine Miniknipse - zu begleiten.

Ihre Schule hatte die tolle Idee ihre Schüler im Jahr vor der Berufsausbildung Grüppchenweise in ein Gewerbegebiet zu entsenden und sie mit dem wirklichen Leben - also der freien Marktwitschaft und dem Arbeitsmarkt - zu konfrontieren. Ein gutes Projekt. Mit jeder Menge guter Gedanken. Aber wie 15 bis 16 Jährige eben sind... Zu schätzen wissen dies die meisten erst nach der ersten Dekade abseits der bequemen Schulbank.

 

Und das ist eben das besondere an der 16 - bei einigen vielleicht auch an der 17 oder 18. Es wird schon kräftig so getan als ob. Die einen rauchen (Ich alter Hase dachte schon, dass das längst aus der Moder sei...). Die andern tragen soviel Make-Up auf, dass die unterste Schicht schon wieder Falten wirft (wodurch der gewünschet Alterseffekt unweigerlich zu Tage tritt). Wieder andere sind abartig verantwortungsvoll, vernünftig und legen sich eine rechthaberisch altkluge Art zu. Doch von dem, was auf sie zukommen wird ahnen sie nicht das Geringste...

Wie Kinder eben sind. Es wird gespielt. Und spielen ist nicht das Gleiche wie das wahre Hier und Jetzt. Und damit meine ich sowohl das Gute wie auch die Herausforderungen (schön optimistisch formuliert, nicht wahr *g*).

 

Doch genau das macht sie ja so utschidutschi-zucker-knutschi-süß, die 16.

Wir denken, dass wir erwachsen sind. Und wir denken, dass wir alles genauso gut auch alleine, ohne Mama, ohne Papa und sowieso ohne unseren Lehrer machen könnten.

UND wir denken, das morgens der frühe Weg zur Schule eine Höllenqual ist. Wir denken, dass nichts schlimmer ist als eine Klausur, eine Kassenarbeit, ein Vortrag oder ein UNANGEKÜNDIGTER Vokabeltest! Von der unüberwindlichen Abschlussprüfung, die vor uns schon tausende und aber tausende geschafft haben, reden wir mal gar nicht erst. *kopfschüttel*

Und wie grauenvoll es dann erst ist, wenn der erste Freund oder die erste Freundin die Tags davor auf Facebook im Beziehungsstatus upgedatete "Wahre Liebe" mit einem "wieder zu haben" beantwortet...

 

Ihr versteht meinen dezent unterschwelligen Sarkasmus?

 

Aber ich sag's ja, die 16, die ist einfach süß!

 

Und ich bin sehr, sehr froh, dass ich schon einige Zeit auf Abstand bin. ;-)

 

Eure Platti

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